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Kokzygodynie: Definition, Ursachen & Behandlungen

Kokzygodynie: Definition, Ursachen & Behandlungen

Aktualisiert am 11.03.2025 |
6 Min. Lesezeit
Geprüft von:Partner Management

Einleitung

Steißbeinschmerzen können deinen Alltag stark beeinträchtigen – erst recht, wenn sie in andere Regionen deines Körpers ausstrahlen. Zudem sind sie langwierig. Umso wichtiger ist es, dass du dich, wenn die Schmerzen auftreten, zeitnah von deinem Arzt untersuchen und beraten lässt. Denn Steißbeinschmerzen können chronisch werden (Kokzygodynie). Doch auch wenn das bei dir vielleicht schon der Fall ist – meist kannst du dennoch einiges tun, um deine Beschwerden zu lindern.

Das Wichtigste in Kürze
  • Steißbeinschmerzen können viele Ursachen haben.

  • Meist werden sie als ziehend, stechend und brennend empfunden.

  • Es kommt vor, dass sie in andere Körperregionen ausstrahlen. So können sie sich unter anderem als Kreuzschmerzen, als Rückenschmerzen beim Sitzen oder auch als Schmerzen im unteren Rücken bemerkbar machen.

  • Nimm deine Steißbeinschmerzen ernst. Sie können chronisch werden. Außerdem verbergen sich in einigen Fällen ernste und lebensbedrohliche Erkrankungen (Tumoren) dahinter.

Was bedeutet Kokzygodynie?

Kokzygodynie (häufig auch Coccygodynie) ist der Fachausdruck für chronische Steißbeinschmerzen. Darunter werden Schmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule – also am Steißbein (Os coccygis) und um das Steißbein herum – verstanden.

Alle möglichen Ursachen im Überblick

Vielleicht fragst du dich: Woher kommen meine chronischen Steißbeinschmerzen überhaupt? Die Antwort darauf ist nicht immer leicht zu finden. Denn eine Kokzygodynie, also chronische Steißbeinschmerzen, kann viele Ursachen haben. Einige sind für sich genommen harmlos, andere nicht. Suche also auf jeden Fall rasch einen Arzt auf, um abzuklären, was genau in deinem Fall die Steißbeinschmerzen verursacht. Hier ein Überblick, dessen, was Kokzygodynie auslösen kann:

  • eine Steißbeinfraktur (Bruch) als Folge eines Sturzes oder Unfalls

  • eine angeborene Steißbeinanomalie

  • eine Steißbeinluxation (Steißbeinfehlstellung; das Steißbein befindet sich in einer verlagerten Position)

  • eine Steißbeinentzündung (eigentlich handelt es sich um eine Entzündung der Knochenhaut im Bereich des Steißbeines)

  • eine schwierige Geburt

  • eine schwere Obstipation (schwere Verstopfung)

  • Tumoren

  • Verspannungen der Muskulatur, ausgelöst zum Beispiel durch zu langes Sitzen und zu wenig Bewegung. Steißbeinschmerzen beim Sitzen oder auch beim Aufstehen, sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit.

  • Kann dein Arzt nach einer gründlichen Untersuchung keine körperlichen Ursachen für deine Beschwerden finden, so leidest du unter sogenannten idiopathischen Steißbeinschmerzen. Auch Stress kann zu Steißbeinschmerzen führen.

Symptome: So können sich die Steißbeinschmerzen äußern

Wenn dein Steißbein schmerzt, so kann sich dies unterschiedlich äußern. Meist werden die Beschwerden als ziehend, stechend und brennend empfunden. Oft strahlen sie zudem in andere Körperregionen aus. Typisch sind Schmerzen beim Sitzen, beim Aufstehen, beim Hinsetzen und sogar beim Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr. Sie können als Schmerzen am unteren Rücken und Po wahrgenommen werden, als ziehende Schmerzen im Bein beim Sitzen und Liegen, als Schmerzen im Unterleib beim Hinsetzen und Aufstehen, als Schmerzen im Unterbauch und im Rücken, als Schmerzen im Gesäß beim Sitzen und Aufstehen sowie als Rückenschmerzen (unterer Rücken) am Steißbein und im umliegenden Bereich. Nun willst du vielleicht wissen: Was hilft gegen Rückenschmerzen, die vom Steißbein kommen? Um diese Frage beantworten zu können, muss erst die Ursache für deine Rückenschmerzen bekannt sein. Suche deinen Arzt auf und lass dich beraten.

Krankheitsverlauf: Wie entwickeln sich die Schmerzen?

Steißbeinschmerzen können sich sehr unterschiedlich entwickeln. Wie lange sie anhalten, ist natürlich von der Ursache abhängig. Diese ist jedoch manchmal gar nicht so einfach herauszubekommen. So können die Schmerzen zum Beispiel nach einem heftigen Stoß oder Sturz sofort beginnen, manchmal treten sie jedoch auch erst Wochen, Monate oder gar Jahre später auf. Auch wie lange sie bleiben, variiert. Die Schmerzen können Tage, Wochen oder Monate anhalten und sogar chronisch werden. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig ärztlichen Rat zu holen.

Wie stellt der Arzt eine Diagnose?

Zuallererst wird dein Arzt erfahren wollen, seit wann du unter deinen Steißbeinschmerzen leidest und wie und wo genau sie sich bemerkbar machen. Fühlen sie sich zum Beispiel eher stechend oder dumpf an? Außerdem wird dein Arzt dich fragen, ob es ein auslösendes Ereignis wie etwa einen Sturz gegeben hat, nach dem die Beschwerden begonnen haben. In der Regel folgt im Anschluss die körperliche Untersuchung. Diese beginnt meist mit einem Abtasten der betroffenen Stelle von außen, dem kann sich ein Abtasten von innen anschließen (über den Enddarm). Auf diese Weise kann dein Arzt zum Beispiel die Beweglichkeit deines Steißbeines prüfen und testen, ob deine Schmerzen bei Druck zunehmen. Eventuell kommt außerdem eine allgemeine Untersuchung der Wirbelsäule hinzu. Reicht dies nicht aus, um eine eindeutige Diagnose zu stellen, so kommen verschiedene bildgebende Verfahren infrage – in der Regel eine Röntgenuntersuchung, eine Computertomografie (CT) oder auch eine Magnetresonanztomografie (MRT). Veränderungen des Steißbeins lassen sich so zwar nicht erkennen, örtliche Entzündungen oder Tumoren können auf diese Weise aber meist ausgeschlossen werden. Ist dies nicht der Fall, bleibt noch die Möglichkeit einer bildgebenden Untersuchung, bei der ein Kontrastmittel gespritzt wird.

Behandlung & Therapie: Das kannst du bei Kokzygodynie tun!

Behandlung & Therapie: Das kannst du bei Kokzygodynie tun!

Wie für dich die beste Behandlung aussieht, hängt natürlich immer davon ab, was genau der Auslöser deiner Steißbeinschmerzen ist. In der ersten, akuten Phase kann es für einen gewissen Zeitraum sinnvoll sein, Schmerzmittel einzunehmen. Dies sollte jedoch immer nur nach Absprache mit deinem Arzt geschehen. Außerdem können Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente direkt in den betroffenen Bereich gespritzt werden. Lass dich auch dazu unbedingt zuvor ausführlich beraten. Sind deine Steißbeinschmerzen bereits chronisch geworden, so kannst du versuchen, sie zumindest erträglicher zu machen. Achte darauf, nicht zu lange zu sitzen. Regelmäßige Bewegung hilft! Sport und Physiotherapie können deine Rückenmuskulatur kräftigen. Gehst du einer sitzenden Tätigkeit nach, so kann es hilfreich sein, ein Steißbeinkissen (meist in Ringform) zu benutzen. Kühlen (etwa bei Prellungen und Entzündungen) oder auch Wärme (zum Beispiel bei Muskelverspannungen) können deine Schmerzen oft ebenfalls lindern.

Außerdem gut zu wissen: Wenn du auf der Seite schläfst, wird der Druck auf dein Steißbein reduziert.

Hilfsmittel: So kann dich ein ergonomisches Sitzkissen im Alltag unterstützen

Wenn du unter chronischen Steißbeinschmerzen leidest, so können dir häufig sogenannte Steißbeinkissen den Alltag erleichtern. Meist haben sie eine U-Form und lassen den Bereich des Steißbeines und des Anus aus, sodass diese beim Sitzen freiliegen. Druckschmerz wird so vermieden oder zumindest gemindert. Diese Art Sitzkissen können jedoch noch viel mehr. Sie fördern eine gesunde Sitzhaltung, entlasten das Steißbein, den Anus und die Bandscheiben. Außerdem unterstützen sie die Wirbelsäule, wenn du an einem Rundrücken oder einem Hohlkreuz leidest.

Weitere Behandlungsoptionen im Fokus

Verschiedene Behandlungen können deine Schmerzen am Steißbein oft lindern. Hier die wichtigsten für dich im Überblick:

  • Physiotherapie: Mithilfe von Übungen kann die Muskulatur im betroffenen Bereich gedehnt und gekräftigt werden. Verhärtungen der Muskulatur können zum Beispiel durch manuelle Therapie gelöst werden.

  • Wärme- oder Kälte-Therapie: Je nachdem, welche Ursache deine Steißbeinschmerzen haben, können Wärme (hilft bei Muskelverspannungen) oder auch Kälte (etwa bei Prellungen und Entzündungen) schmerzlindernd wirken.

  • Massagen: Sie regen die Durchblutung im betroffenen Bereich an und helfen, Verspannungen in Muskeln und Faszien (Bindegewebsstrukturen) zu lösen (beispielsweise Faszien-Rollmassagen).

  • Akupunktur: Beim sogenannten Dry Needling werden dünne Akupunkturnadeln in Triggerpunkte (Schmerzpunkte) gesetzt.

  • Operation: Eine Operation, also die Entfernung des Steißbeins, ist immer nur das allerletzte Mittel und kommt nur in sehr schweren Fällen infrage, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten keine Besserung gebracht haben und die Schmerzen schon seit Jahren andauern.

Kann man Kokzygodynie vorbeugen?

Jeder kann Steißbeinschmerzen bekommen – vor einem Sturz oder Unfall zum Beispiel ist niemand gefeit. Eines kannst du aber auf jeden Fall tun – dafür sorgen, dass die Beschwerden nicht chronisch werden. Sobald die Schmerzen auftreten, zögere nicht und suche einen Arzt auf. So wirst du zeitnah erfahren, was genau hinter deinen Schmerzen steckt, sodass du frühzeitig etwas dagegen unternehmen kannst (Physiotherapie, Sport oder etwas Ähnliches).

Fazit

Fast immer beeinträchtigen Steißbeinschmerzen dich in deinem Alltag stark, zumal sie häufig in andere Körperregionen ausstrahlen. Sind sie bereits chronisch geworden, lass dich davon nicht entmutigen. Auch dann gibt es Mittel und Wege, wie du deine Beschwerden in der Regel zumindest lindern kannst.

Oft gefragt

Mitarbeiterin bei joviva, Karin Pütz, Content Writerin
Karin Pütz
Medical Writerin
Autor

Unsere Experten beraten dich gerne zu den von deinem Arzt empfohlenen Hilfsmitteln.